Startup Of The Month - Oktober

Startup Of The Month - Oktober

Startup Of The Month – Oktober

AC.E: Ihr macht ja intelligente Dienstpläne, wie seid ihr auf eure Idee gekommen?

Christoph: Die Partnerin von Julien, einem meiner Mitgründer, arbeitete bei einem regionalen Sporthändler und dort musste sie immer ihre Zeiten abgeben, was alles recht umständlich war.

Dazu muss als erstes der Zettel ausgedruckt werden, dann wird dieser ausgefüllt, dann gibt man diesen ab, dann trägt jemand anderes die Daten ins System ein. Es gibt dann aber meistens noch weitere Änderungen oder spezielle Wünsche, das ist oft sehr umständlich.

Wir schauten damals was es so auf dem Markt gab, da waren auch schon einige Anbieter bei denen man die Daten online eintragen konnte, aber es gab noch keinen Anbieter bei dem man den Dienstplan einfach durch einen Algorithmus erstellen konnten, der die Wirtschaftlichkeit und die Wünsche der Mitarbeiter vereint. So sind wir auf die Idee gekommen tift zu entwickeln.

AC.E: Wer ist in eurem Team und wie hat es sich gebildet?

Christoph: In unserem Team sind Christian (26), Julien (27) Julian (28) und ich (27)

Wir haben alle Communication und Multimedia Design an der FH in Aachen studiert und daher kannten wir uns. Davor haben wir alle eine Ausbildung gemacht, Julien und Christian eine zum Fachinformatiker, Julian eine zum Veranstaltungskaufmann und ich eine zum Mediengestalter.

AC.E: Wie trefft ihr eure Entscheidungen?

Christoph: Es gibt einen Projektverantwortlichen im Bereich Business, Vertrieb und Produktentwicklung. Dieser hat jeweils das letzte Wort. Jeder kann in diesem Bereich seine Entscheidung komplett selber treffen, erst wenn es das Unternehmen komplett betrifft, beraten wir uns und sprechen uns z. B. über Google Hangouts ab.

AC.E: Wie würdest du eure Unternehmenskultur beschreiben?

Christoph: Unsere Werte in der Unternehmenskultur sind, dass wir höchst flexibel, ortsunabhängig, transparent und offen sind. Um das zu erreichen versuchen wir ein komplettes Remoteteam zu sein, welches genau diese Werte wiederspiegelt.

AC.E: Ein komplettes Remoteteam? Das stelle ich mir schwierig vor sich da gegenseitig zu organisieren, wie läuft das bei euch ab?

Christoph: Wir nutzen dazu verschiedene Tools wie z.B. Google Hangouts worüber wir uns sehen und unterhalten können, Slack zum Nachrichten schreiben und für die Arbeitsorganisation nutzen wir Confluence + JIRA. Der Prozess wie man mit Informationen angeht hat sich jeden Monat weiterentwickelt. Mittlerweile haben wir eine gut funktionierente Struktur.

AC.E: Ihr seid ja Exist gefördert, welche Ratschläge würdet ihr anderen Startups hierzu geben?

Christoph: Das Gründerzentrum zu kontaktieren, ist unersetzlich. Ebenfalls sollte man mit anderen Startups darüber sprechen und einen Businessplan im Rahmen von Wettbewerben zu schreiben. Dies führte bei uns dazu, dass wir viele Dinge daraus direkt für den EXIST-Antrag nutzen konnten.

Es lassen sich aber auch viele Dinge über Exist fördern, die man nicht direkt auf dem Schirm hat. Auch hier ist der Austausch mit anderen Startups und dem Gründerzentrum enorm viel wert.

AC.E: Was waren bisher eure größten Erfolge?

Christoph: Zum einen der Launch von unseren zwei Produkten: Unserer Dienstplansoftware und unserer App für das iPad zur Zeiterfassung. Ebenfalls erfolgreich waren wir in den Businessplanwettbewerben NUK und AC² wo wir viel Aufmerksamkeit in der Presse bekommen haben.

AC.E: Würdet ihr anderen Startups empfehlen an solchen Businessplanwettbewerben teilzunehmen und was würdet ihr da heute anders machen?

Christoph: Ja, wir haben viele Partner kennengelernt unglaublich viel Feedback bekommen und viele Ideen mit auf dem Weg bekommen. Wir mussten dabei unsere Ideen immer mehr verfeinern, also genau die Dinge die man als Gründer sowieso machen muss. Jede Veranstaltung sollte man nicht mitnehmen. Da mussten wir auch lernen, Prioritäten zu setzen.

Wir haben den Businessplan damals sehr ausführlich gemacht, ob man das jetzt genauso machen sollte, sei mal dahingestellt. Heutzutage würden wir den Businessplan vermutlich viel faktenorientierter und viel zahlenorientierter darstellen, mehr Tabellen und Grafiken und weniger über Fließtext. Dennoch halte ich es für sinnvoll Entscheidungen niederzuschreiben, denn erst, wenn man es niedergeschrieben hat, gilt es auch für eine Zeit lang sonst diskutiert man wieder darüber.

AC.E: Wie sieht es mit Kooperationen mit anderen Firmen aus?

Christoph: Wir arbeiten mit anderen Startups zusammen mit denen wir uns gegenseitig austauschen und Events starten. Wir wollen jetzt ebenfalls mit einem iPad Kassensystem bei der Lead-Generierung zusammenarbeiten.

AC.E: Was ist eure Marketingstrategie?

Christoph: Wir nutzen und testen noch verschiedene Kanäle im kleinen Maße, wie z.B. SEO und SEM, XING, Facebook, Events und die Fachpresse unserer Zielgruppe wie z. B. Blogs und Portale im Gastronomiebereich. Welcher dieser Kanäle für uns am effektivsten ist können wir noch nicht sagen, jeder Bereich hat seine Vor- und Nachteile und da müssen wir gucken, welcher sich am besten für uns eignet.
Unsere Strategie ist aber komplett darauf ausgelegt, dass alles online funktionieren soll, von den Leads bis zum Abschluss. Damit tift ein rentabler Self-Service wird.

AC.E: Welchen Punkt habt ihr bisher am meisten unterschätzt?

Christoph: Ganz klar Vertrieb! Es ist nicht so, dass wir eine Plattform online stellen und alles läuft von alleine. Man muss ziemlich viele Leute erreichen, damit einer abschließt. Intensiv und regelmäßig zu vertreiben ist etwas, wo man nicht früh genug mit anfangen kann. Erst verkaufen, dann entwickeln sollte die Devise lauten.

AC.E: Was macht euch im Moment am meisten Spaß?

Christoph: Mit neuen Produkten einen weiteren Mehrwert bieten. Manchmal kann man mit relativ wenig Aufwand bei einem Kunden ein Problem lösen und ihm dadurch helfen.

AC.E: Welche fünf Bücher würdest du jedem empfehlen würdest?

Christoph:
Venture Deals: Be Smarter Than Your Lawyer and Venture Capitalist
Traction: How Any Startup Can Achieve Explosive Customer Growth
The Challenger Sale: Taking Control of the Customer Conversation
Getting Things Done: The Art of Stress-Free Productivity
Influencer: The New Science of Leading Change
und die Dale Carnegie Bücher

AC.E: Was sind eure Ziele für die nächsten zwei Jahre?

Christoph: Den mobilsten Personalplaner zu entwickeln, das heißt eine Nische für uns zu finden und diese dann auch zu dominieren. Mit den Einnahmen dann unser Team auf zehn Leute auszubauen.

AC.E: Wenn du jetzt nochmal neu anfangen würdest, welchen Punkt würdest du ganz anders machen?

Christoph: Wir haben am Anfang viel Zeit mit Dingen verbracht bei denen wir nicht wussten ob die überhaupt wichtig sind. Obwohl wir die Methoden wie z. B. MVP (Minimum Viable Product) kannten, kam es immer wieder dazu, dass wir Sachen entwickelt haben die zu groß und umfangreich sind und noch nicht vollständig validiert waren.
Außerdem ist es wichtig viel schneller Entscheidungen zu treffen und viel schneller Fehler zu machen.

Falls ihr mehr über tift erfahren wollt, werft doch einen Blick auf ihre Homepage http://www.tiftapp.com/ oder auf ihre Facebook Seite tift

 

tiftbig